Kiffen für die Psyche
Sydney. Ob vom Doktor verschrieben oder nicht: Zur Linderung der Symptome psychischer Erkrankungen setzt der ein oder andere auf den mehr oder weniger gelegentlichen Joint. Dabei ist die Wirksamkeit von Cannabis etwa gegen Depressionen, Angststörungen oder ADHS nicht ausreichend belegt, wie eine der bislang größten Übersichtsstudien zum Thema zeigt. In ihrer Metaanalyse, die in der Aprilausgabe von The Lancet Psychiatry veröffentlicht wurde, haben Jack Wilson von der University of Sydney und sein Team Studien aus den Jahren 1980 bis 2025 mit insgesamt 2.477 Teilnehmern ausgewertet. Für Angststörungen, PTBS, Magersucht und Psychosen fanden sie keine Hinweise auf positive Wirkungen von Cannabinoiden. Bei Depression erfüllte keine Studie die Einschlusskriterien. Hinweise auf positive Effekte vermuten die Forschenden bei Autismus, Schlafstörungen oder dem Tourette-Syndrom, allerdings bei schwacher Studienlage. »Die Qualität der Evidenz für diese Anwendungen ist gering. Ohne eine fundierte medizinische oder therapeutische Begleitung ist der Einsatz in solchen Fällen nur selten gerechtfertigt«, sagte Wilson gegenüber Scinexx.de. (jW)
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Mehr aus: Natur & Wissenschaft
-
Planet verdunstet
vom 24.03.2026 -
Dunkle Materie beleuchtet
vom 24.03.2026
