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Tote Bakterien

Uppsala. Antibiotika töten Bakterien oder hemmen ihr Wachstum. So weit, so gut. Leider betrifft das nicht nur die Mikroben, die man bei einer Erkrankung loswerden will, sondern auch die, die eine gesunde Darmflora ausmachen. Gabriel Baldanzi und weitere Wissenschaftler der Universität Uppsala in Schweden haben nun untersucht, welche Spätfolgen Antibiotika haben. Das Ergebnis: Veränderungen in der Mikrobenzusammensetzung des Darms sind bis zu acht Jahre lang nachweisbar. »Schon eine einzige Therapie mit bestimmten Antibiotika kann anhaltende Spuren hinterlassen«, erklärte Baldanzi am Montag gegenüber ­Scinexx­.­de. Im Rahmen der am vergangenen Mittwoch veröffentlichten Langzeitstudie werteten die Forscher acht Jahre lang Daten von knapp 15.000 Patienten aus. Demnach hinterließen die gängigen Wirkstoffe Penicillin V, Amoxicillin, Sulfamethoxazol und Trimethoprim kaum längerfristige Spuren, Clindamycin, Flucloxacillin und die Fluoroquinolone allerdings schon. »Unsere Resultate können beispielsweise helfen, wenn zwei gleichermaßen effektive Antibiotika zur Wahl stehen«, zitiert Scinexx.de den Seniorautor der Studie, Tove Fall. Die Erkenntnisse könnten außerdem erklären, warum Antibiotika langfristig das Risiko für Erkrankungen wie Diabetes oder Darmkrebs erhöhen.(jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 17.03.2026, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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