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Artenvielfalt

Unbekannte Ozeane

Frankfurt a. M. Mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche sind von Ozeanen bedeckt. Sie bilden die größten zusammenhängenden Ökosysteme der Welt. Das Wissen über deren Artenvielfalt ist aber höchst mangelhaft. Wie groß die Forschungslücken sind, zeigt jetzt eine im Mai in Nature veröffentlichte Studie unter der Leitung von Hanieh Saeedi von der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung, der rund 48 Millionen Datensätze zu mehr als 184.000 marinen Arten zugrunde liegen. So sind etwa 90 Prozent der schätzungsweise 2,2 Millionen marinen Arten noch gar nicht wissenschaftlich beschrieben. Für etwa die Hälfte der Weltmeere liegen für die Bereiche unter 200 Metern Tiefe überhaupt keine Forschungsdaten vor. Besonders groß sind die Lücken bei tropischen Gebieten, bis dato machen Datensätze zu ihnen nur 2,5 Prozent der existierenden aus. Um wirksam zum Schutz der Artenvielfalt in den Ozeanen beitragen zu können, sei es daher unerlässlich, die Forschung mit langfristigen Monitoringprogrammen und mehr Tiefsee-Expeditionen zu intensivieren. »Man kann nicht wirksam schützen, was nie beprobt, dokumentiert oder digital erfasst wurde«, warnte Hanieh Saeedi. Schutzplanungen müssten auf validen Daten beruhen. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.06.2026, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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