Verdacht auf Wahlfälschung: 109 Wahlhelfer im Kosovo festgenommen
Pristina. Knapp vier Wochen nach der Parlamentswahl im Kosovo sind mehr als hundert Wahlhelfer wegen des Verdachts der Wahlfälschung festgenommen worden. Insgesamt 109 Mitarbeiter von Wahlbüros seien wegen Fälschung von Wahlergebnissen, Einschüchterung und Bestechung verhaftet worden, sagte Staatsanwalt Petrit Kryeziu am Freitag. Wegen Unstimmigkeiten bei Teilergebnissen waren Anfang der Woche eine Neuauszählung aller Stimmen sowie Ermittlungen zu möglichen Straftaten im Zusammenhang mit der Wahl angeordnet worden.
»Wir sprechen hier von einer Organisation und einer direkten Absicht, die Wahlergebnisse und den Willen der Bürger zu untergraben«, sagte Staatsanwalt Kryeziu. Betroffen seien rund 70.000 abgegebene Stimmzettel.
Bei der vorgezogenen Parlamentswahl Ende Dezember hatte die Partei VV von Ministerpräsident Albin Kurti vorläufigen Ergebnissen zufolge mehr als 51 Prozent der Stimmen geholt. Ein endgültiges Wahlergebnis steht wegen der laufenden Neuauszählung bislang aus.
Kurtis Partei hatte bei der vorherigen Wahl im Februar vergangenen Jahres 42 Prozent der Stimmen geholt. Seitdem scheiterte jede Regierungsbildung. Die Neuwahl sollte einen Ausweg aus der Krise bringen.
Die Provinz Kosovo wurde 2008 durch die NATO von Serbien abgespalten. Ihre »Unabhängigkeit« wird von 57 Prozent aller in der UNO vertretenen Staaten anerkannt. (AFP/jW)
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Mehr aus: Ausland
-
Institutionalisierte Politik der Folter
vom 24.01.2026 -
Immer noch vertrieben
vom 24.01.2026 -
Kiews Neonazis greifen nach der Macht
vom 24.01.2026 -
Business auf Gazas Trümmern
vom 24.01.2026 -
Den Taliban ausgeliefert
vom 24.01.2026