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Große EU-Verkehrsprojekte Jahre im Verzug

Foto: Leonhard Foeger/Reuters
Liegt nicht im Zeitplan: Der große Eisenbahntunnel unter dem Brenner-Pass (Innsbruck, 29.10.2025)

Brüssel. Ob die Fehnmarnbeltquerung, der Brenner-Tunnel oder die Bahnstrecke von Lyon nach Turin: Europaweit sind zahlreiche Großbauprojekte Jahre im Rückstand. Die EU werde ihr selbstgestecktes Ziel für bessere Anbindungen über Grenzen hinweg bis 2030 deshalb nicht erreichen, mahnte der EU-Rechnungshof mit Sitz in Luxemburg am Montag. Zugleich kritisierten die Prüfer die explodierenden Kosten mehrerer Projekte.

»Drei Jahrzehnte nachdem die meisten dieser Infrastrukturen entworfen wurden, sind wir noch weit davon entfernt, sie in Betrieb zu nehmen und die angestrebten Verbesserungen im Personen- und Güterverkehr für ganz Europa zu erreichen«, erklärte die Prüferin Annemie Turtelboom.

Eines der Projekte ist die Fehmarnbeltquerung, die Deutschland und Dänemark über einen Auto- und Eisenbahntunnel zwischen Puttgarden auf der Insel Fehmarn und Rödby auf der dänischen Insel Lolland verbinden soll. Offizieller Baustart war bereits 2021. 2029 soll der Tunnel in Betrieb gehen, sowohl die deutsche als auch die dänische Seite haben daran aber Zweifel geäußert.

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An der Grenze zwischen Österreich und Italien wird der Brenner-Basistunnel nicht vor 2032 fertig. Eröffnungsdatum für eine Eisenbahnverbindung zwischen Lyon und Turin – ebenfalls durch die Alpen – ist inzwischen 2033, nach Angaben des Rechnungshofs 18 Jahre später als ursprünglich geplant. Der Bau der Strecke wird demnach mehr als doppelt so teuer wie vorgesehen.

Eine Eisenbahnstrecke zwischen Spanien und Frankreich sowie der Bau eines Kanals von der Seine in Nordfrankreich nach Belgien sind mehr als 20 Jahre im Verzug. Auch eine Bahnstrecke in den baltischen Staaten von Tallinn bis nach Warschau ist noch nicht fertig.

»Die Ergebnisse bleiben weit hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück«, erklärten die Prüfer am Montag. Hintergrund seien neben der Coronapandemie und den Folgen des Kriegs in der Ukraine auch Genehmigungsverfahren und technische Probleme. (AFP/jW)

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Erschienen am 20.01.2026, Kapital & Arbeit

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