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Flüchtlingslage verschärft sich im Mittelmeer

Athen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) beklagt die vielen Todesfälle bei Flüchtlingsüberfahrten in der Ägäis im Monat Oktober. Beim jüngsten Schiffsunglück vor der Insel Lesbos am Montag sind nach Angaben der Organisation vier Menschen ertrunken, 31 weitere konnten gerettet werden. Damit steigt die Zahl der Todesopfer in der Ägäis allein im Oktober auf 15 – infolge von sieben verschiedenen Unfällen. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks kamen seit Jahresbeginn 37 Menschen dort ums Leben, mindestens neun gelten als vermisst. Insgesamt wurden 24 Unglücke vor den Inseln Lesbos, Samos, Rhodos, Chios und Farmakonisi registriert, teilte das UNHCR-Büro in Athen am Mittwoch mit.

Zuvor hatte der Libysche Rote Halbmond am Dienstag den Untergang eines Flüchtlingsboots gemeldet, bei dem vor der Küste Libyens mindestens 18 Menschen ums Leben kamen. Mehr als 90 Personen konnten gerettet werden. Anfang des Monats waren in der Küstenregion unweit der tunesischen Grenze bereits die Leichen von mindestens 61 Flüchtenden gefunden worden. Und die Lage für die in dem Kriegsland ausharrenden Asylsuchenden könnte sich weiter verschärfen. Am Mittwoch forderte das Außenministerium in Tripolis die Hilfsorganisation »Ärzte ohne Grenzen« auf, seine Mitarbeiter bis spätestens 9. November abzuziehen. »Wir bedauern diese Entscheidung des Außenministeriums zutiefst und sind besorgt über die Folgen für die Gesundheit der Menschen, denen wir helfen«, erklärte Steve Purbrick, Landeskoordinator in Libyen. Da die Registrierung der Organisation bei den zuständigen Behörden nach wie vor gültig sei, »hoffen wir, eine positive Lösung für diese Situation finden zu können«, so Purbrick. (dpa/Reuters/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 30.10.2025, Seite 6, Ausland

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