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Pakistan schiebt Ortskräfte ab

Islamabad. Pakistanische Behörden haben nach Angaben eines lokalen Polizeisprechers mehrere Afghanen festgenommen, die eine Aufnahmezusage von Deutschland haben. Mindestens 20 Menschen seien in Abschiebezentren in der Hauptstadt Islamabad gebracht worden, hieß es. Die dpa berichtete am Donnerstag von einem Afghanen, der bereits in die Grenzstadt Peschawar gebracht wurde. In anderen Unterkünften, in denen Afghanen untergebracht sind, hätten Familien aus Furcht vor weiteren Verhaftungen bereits ihre Koffer gepackt. Am Mittwoch habe es Razzien in mehreren Unterkünften gegeben, auch am Donnerstag seien mehrere Menschen verhaftet worden.

Wie »Reporter ohne Grenzen« mitteilte, habe die pakistanische Polizei auch einen Journalisten mit Aufnahmezusage sowie seine Familienmitglieder in ein Abschiebelager gebracht. Die Organisation forderte die Bundesregierung auf, sich für die Freilassung dieser Betroffenen einzusetzen. Die Zeitungen Taz und Welt berichteten unter Berufung auf mit der Angelegenheit betraute Personen, dass bereits weitere Afghanen in ihre Heimat abgeschoben worden seien.

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Die neue Bundesregierung aus Union und SPD hatte Anfang Mai verschiedene Ausnahmeprogramme für Afghanen gestoppt. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes vom 20. Juni warten rund 2.400 Afghanen in Pakistan darauf, dass sie ein Visum bekommen. Unter den Afghanen mit Aufnahmezusage sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums etwa 350 ehemalige Ortskräfte deutscher Institutionen respektive NATO-Kollaborateure mit ihren Angehörigen. Die pakistanischen Behörden hatten bereits in den vergangenen Monaten mehrere Afghanen mit Aufnahmezusage für Deutschland vorübergehend festgenommen. In Pakistan finden derzeit Massenabschiebungen von Afghanen statt – diese sollten sich jedoch nicht gegen Menschen mit deutscher Aufnahmezusage richten. Von »Kabul Luftbrücke« hieß es, dass die Organisation ständig neue Hilferufe erreichten. (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.08.2025, Seite 6, Ausland

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