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Meeresfauna

Stubenhocker

Viele Hammerhaie verlassen das Meer bei den Bahamas nicht mehr und verzichten auf ihre üblichen saisonalen Reisen. Möglicherweise sei dort schlichtweg alles vorhanden, was Große Hammerhaie so brauchen, berichtet ein Forschungsteam im Fachjournal Frontiers in Marine Science. Reichlich Beute und der Zugang zu tiefen Gewässern, die während der sommerlichen Regenzeit kühl bleiben, könnten demnach den Reiz zum Bleiben ausmachen. Zudem seien Haie in der Region geschützt.

Der Kopf von Hammerhaien ist – wahrscheinlich für eine bessere Sinneswahrnehmung – seitlich stark verbreitert, Augen und Nasenlöcher sitzen an den Enden dieser hammerförmigen Ausläufer. Große Hammerhaie (Sphyrna mokarran) kommen in den tropischen und warmen Klimazonen aller Weltmeere vor und unternehmen bis zu 3.000 Kilometer weite Langstreckenwanderungen, wie es in der Studie heißt. Die bis zu sechs Meter langen Tiere überwintern gern an wärmeren Orten und ziehen dann im Sommer wieder herum.

Hammerhaie sind wegen ihres langsamen Wachstums und ihrer späten Geschlechtsreife sowie einer langen Trächtigkeitsdauer und geringen Zahl an Nachkommen besonders anfällig für Überfischung. Große Hammerhaie sind von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als »vom Aussterben bedroht« eingestuft. Die Population sei in den vergangenen drei Generationen um geschätzt mehr als 80 Prozent geschrumpft, und Erbgutanalysen zeigten nur noch eine geringe genetische Variation, erklärte Tristan Guttridge von der gemeinnützigen Organisation Saving the Blue.

»Das Verständnis der Bewegungsmuster von Hammerhaien ist wichtig, um die Schutzmaßnahmen zu verbessern«, so Guttridge. Sein Team fing und vermaß vor der Insel Andros 22 Große Hammerhaie, zudem wurden Gewebeproben genommen. Die Analyse ergab, dass Barrakudas und Stachelrochen insgesamt etwa zwei Drittel der Nahrung der als Einzelgänger lebenden Tiere ausmachten, kleinere Haie den Rest. (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 22.03.2025, Seite 10, Feuilleton

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