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Durchbruch für Nutzung von Quantencomputern

Delft. Es ist ein Meilenstein für eine der wichtigsten Zukunftstechnologien: Forscher der Technischen Universität Delft haben erstmals ein Betriebssystem für Quantencomputer entwickelt. Bei herkömmlichen Computern hat die Entwicklung von Betriebssystemen – das erste wurde 1974 erfunden – erst den massenhaften Einsatz auch für normale Nutzer ermöglicht. Als Schnittstelle zwischen Software und Hardware übernimmt das Betriebssystem die Steuerung der technischen Prozesse, wodurch Programme und Apps unabhängig vom konkreten Prozessor, Arbeitsspeicher usw. entwickelt werden können. Bei Quantencomputern fehlte diese vermittelnde Ebene bislang, jedes Programm musste für das je spezifische Quantennetzwerk entwickelt werden, mit dem es genutzt wurde. Mit dem in Delft entwickelten »QNodeOS« gelang nun erstmals eine Trennung zwischen Quantennetzwerk und Anwendungsebene. Sein zentraler Ansatz: Ein klassischer Netzwerkprozessor (CNPU) und eine Quantennetzwerkprozessoreinheit (QNPU) laufen parallel nebeneinander, sind aber miteinander verknüpft. Über die CNPU können wie gewohnt Softwareanwendungen eingespielt werden. Die QNPU generiert daraus einen eigenen, parallelen Prozess, der jedoch mit dem physikalischen Aufbau von Quantennetzwerken kompatibel ist. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.03.2025, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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  • Wolf Göhring aus Bonn 24. März 2025 um 11:34 Uhr
    In der Meldung heißt es, das erste Betriebssystem für Computer sei 1974 erfunden worden. Ich habe bereits ab Herbst 1969 bei Telefunken in einem Projekt zur Entwicklung eines Betriebssystems für eine »Kleinversion« des Telefunken-Rechners TR440 mitgearbeitet. Dieser Rechner war ab 1965 zusammen mit den Grundzügen eines Timesharing-Betriebssystems konzipiert worden. An diesem Betriebssystem wurde programmiert, nachdem die ersten Hardware-Prototypen verfügbar waren. Das System, an dem ich mitarbeitete, war ab Mitte 1968 konzipiert worden und orientierte sich an bereits bestehenden Systemen, z. B. von CDC. Ein solches lief im Rechenzentrum der damaligen Technischen Hochschule Hannover. Dessen vormaliger Leiter war dann mein Chef bei Telefunken.
    IBM hatte beispielsweise für die Rechnerserie der 7090 in den frühen 1960ern ein Betriebssystem parat. Etwas anders sah es mit »kleinen« Rechnern aus, die für Labore oder zur Prozesssteuerung eingesetzt wurden. Für diese wurden nur wenige Apps mitgeliefert: ein Assembler, vielleicht auch Fortran, vielleicht auch Software zum Einlesen von Daten und zum Ausdruck. Es dauerte in der Tat bis in die 1970er, bis auch für diese Rechner kleine Betriebssysteme angeboten wurden.
  • Onlineabonnent*in Heinrich H. aus Stadum 17. März 2025 um 21:21 Uhr
    Wenn man dem Verweis im Artikel (www.jungewelt.de/beilage/art/392034) folgt und dort liest, »auch optimistische Experten schätzen, dass es sinnvoll einsetzbare Quantencomputer erst in den 2030er Jahre geben wird«, ist es beruhigend, dass wenigstens schon ein Betriebssystem dafür existiert. Übrigens: Ich vermisse CP/M und Turbo Pascal.
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