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Turnen

Schwere Vorwürfe

Stuttgart. Der Deutsche Turnerbund (DTB) bemüht sich nach eigener Aussage weiter darum, die von früheren Athletinnen angeprangerten Missstände in seinem Leistungssystem zu beheben. Es gelte, »regelmäßig zu hinterfragen, welche Maßnahmen sinnvoll sind und nachhaltig zu einer Veränderung des Systems beitragen und wo es weitere Anpassungen und Verbesserungen geben muss«, teilte der Verband auf Anfrage der dpa mit. Angeführt von den ehemaligen Turnerinnen Tabea Alt und Michelle Timm wurden in den vergangenen Tagen vor allem gegen den Stützpunkt in Stuttgart schwere Vorwürfe erhoben. Kritisiert wurden »systematischer körperlicher und mentaler Missbrauch« sowie katastrophale Umstände. Zwei Übungsleiter wurden vorläufig bis zum 19. Januar freigestellt. DTB und Schwäbischer Turnerbund (STB) sind dabei, die Geschehnisse aufzuarbeiten. »Wir haben uns im Jahr 2021 aufgemacht, das System grundlegend zu verändern und sind unseres Erachtens an vielen Stellen auch auf einem guten Weg«, erklärte der DTB. »Aber wir müssen feststellen, dass es wohl einerseits noch länger dauern wird, bis wir auf allen Ebenen bis in die Turnhallen durchgedrungen sind und die Maßnahmen flächendeckend greifen und andererseits weitere Maßnahmen notwendig sind.« Am Stützpunkt in Stuttgart seien nach den 2021 von Alt – damals noch intern – erhobenen Vorwürfen die Problemfelder »Umgang mit Verletzungen«, »Kommunikation«, »pädagogische Steuerung« und »Belastungssteuerung« angegangen worden, so der Dachverband. Unter anderem würden seitdem Planungsgespräche protokolliert und Workshops mit Sportpsychologen absolviert. Zudem würden die Turnerinnen ein System bedienen, anhand dessen die Belastungssteuerung im Training stattfindet. (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.01.2025, Seite 16, Sport

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