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Bildrechte

Wem gehört das Bild?

Von den Konzerten der britischen Popsängerin Adele in München wird es keine Pressebilder geben. Entgegen den Gepflogenheiten sind unabhängige Foto- und Videojournalisten nicht zugelassen. »Dieses Verbot ist völlig inakzeptabel«, kritisiert der Vorsitzende des Bayerischen Journalistenverbands (BJV), Harald Stocker. Dass Medien ausschließlich vom Veranstalter ausgewählte Bilder erhielten, »verhöhnt die Arbeit der Journalisten«.

Zumal in den sozialen Netzwerken dennoch eine Bilderflut von den Konzerten zu erwarten sei. »Diese Akteure machen mit den hochgeladenen Fotos und Videos der Besucher satte Umsätze, während Medien, die zur demokratischen Meinungsbildung beitragen sollen, ihren journalistischen Auftrag nur eingeschränkt erfüllen können«, monierte Stocker.

Üblicherweise dürfen Bild- und TV-Journalisten bei Großkonzerten während der ersten drei Lieder eigene Aufnahmen machen. Bei Adele hingegen werden Fotografen und Kamerateams gar nicht erst zugelassen, statt dessen soll den Medien ein Link zu ausgewähltem Material überlassen werden. Die Begründung ist dürftig: »Es gab dazu einen mehrfachen Austausch mit dem Management, nun ist es final, weil bei den Adele-Shows bislang immer so verfahren wurde – egal wann und wo«, teilte Live Nation, einer der beiden Veranstalter, mehreren Medien mit. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.08.2024, Seite 10, Feuilleton

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→Leserbriefe
  • Onlineabonnent*in Heinrich Hopfmüller aus Stadum 3. Aug. 2024 um 23:50 Uhr
    Und wer ist Adele?
    • Reinhard Hopp aus Berlin 5. Aug. 2024 um 11:35 Uhr
      Völlig falsche Frage! Es geht im Kapitalismus doch nicht um Menschen. Also wäre die richtige Frage: Wieviel ist Adele (für wen)?
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