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Olympia-Telegramm

So müde

Paris. Snoop Dogg soll vor der Eröffnungsfeier das olympische Feuer durch Paris tragen. Der 52jährige US-Rapper werde am Freitag einer der Fackelträger im Vorort Saint-Denis sein, in dem sich das Olympiastadion befindet, teilte der örtliche Maire, Mathieu Hanotin, der französischen Nachrichtenagentur AFP mit. Snoop Dogg wird außerdem die Olympischen Spiele für den US-amerikanischen Sender NBC kommentieren.

Vielleicht ja auch das olympische Tennisturnier, nach dem der zweimalige Olympiasieger Andy Murray wie erwartet seine Profikarriere beenden wird. Er sei für sein »letztes Tennisturnier überhaupt« nach Paris angekommen, schrieb der 37jährige Schotte am Dienstag auf X. »Ich bin extrem stolz, dass ich es noch ein letztes Mal tun kann!« Er ist bei seinen fünften Olympischen Spielen für den Einzel- und Doppelwettbewerb gemeldet.

Ihm und dem Doggfather nicht zujubeln wird der 25jährige Tour-de-France-Sieger Tadej Pogačar, da er wegen »extremer Müdigkeit« auf einen Start bei den Olympischen Spielen verzichtet. So trug es der Trainer der slowenischen Olympiamannschaft, Uroš Murn, am Montag vor. Den freien Platz im Straßenrennen wird Domen Novak einnehmen. Pogačar hatte 2020 in Tokio Bronze gewonnen und hätte im Einzelzeitfahren am Sonnabend und im Straßenrennen eine Woche später zu den Favoriten auf Gold gezählt.

Müde sind auch diverse Tänzerinnen und Tänzer, die bei der Eröffnungszeremonie auftreten sollen. 150 von ihnen haben nun die Generalprobe am Montag boykottiert. Sie protestierten damit für bessere Arbeitsbedingungen, wie der französische Sender France Info berichtete. Die Beteiligten hätten bei der Probe nicht getanzt, sondern seien mit erhobenen Fäusten stehengeblieben. Was dem alten Battlekiffer Snoop eigentlich gefallen sollte.

Nicht zum Feiern zumute ist auch dem Olympischen Komitee Palästinas. Dieses hat kurz vor dem Start der Spiele einen Ausschluss Israels gefordert. Der Verband veröffentlichte am Dienstag in den sozialen Medien einen Brief an den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach. Darin wird Israel wegen des Gazakriegs eine »systematische und anhaltende Verletzung der olympischen Charta« vorgeworfen. Zudem seien 400 palästinensische Sportler getötet und zahlreiche Sportstätten zerstört worden. IOC-Präsident Bach hatte zuletzt erklärt, Israels Status stände vor den Spielen nicht zur Debatte. (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 24.07.2024, Seite 16, Sport

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