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X klagt gegen Anti-Hass-NGO

San Francisco. Das Onlinenetzwerk Twitter, das in X umbenannt wurde, geht rechtlich gegen eine internationale Nichtregierungsorganisation vor, die gegen die Verbreitung von Hass, Rassismus und Homofeindlichkeit im Internet kämpft. X wirft dem Center for Countering Digital Hate (CCDH) vor, »fehlerhafte« Berichte über das Onlinenetzwerk zu erstellen, die Anzeigenkunden vertreiben würden. Die Organisation habe sich zudem unrechtmäßig Daten des Onlinenetzwerks verschafft, heißt es in der am Dienstag bekanntgewordenen Anklageschrift.

Die britische Organisation CCDH, die eine Filiale in den USA hat, wirft Musk einen »Einschüchterungsversuch« vor. »Es ist offensichtlich ein Versuch, Kritiker zum Schweigen zu bringen«, betonen die Anwälte von CCDH. »Die Studien des CCDH zeigen, dass Hass und Desinformation unter Musks Führung sich wie Waldbrände ausbreiten«, betont die Organisation.

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In ihren jüngsten Berichten zeigt das CCDH auf, dass das Onlinenetzwerk Urheber von Hasskommentaren nicht nur ungestraft lässt, sondern deren Kommentaren durch entsprechende Algorithmen auch noch größere Aufmerksamkeit verschafft. Konkret zählte die Organisation etwa mehr als 1,7 Millionen Onlinekommentare, die Homosexuelle mit Pädophilen gleichsetzen. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.08.2023, Seite 15, Medien

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  • Onlineabonnent*in Heinrich H. aus S. 2. Aug. 2023 um 22:32 Uhr
    In den sogenannten sozialen Medien existieren Filterblasen, das ist ein alter Hut. Insofern wäre eine Pflicht zur Offenlegung der Algorithmen bzw. deren Überführung in die public domain eine sinnvolle politische Forderung. Den Musk als Zensurinstitution einrichten zu wollen, scheint mir keine gute Idee. Wie wäre es mit demokratischer Kontrolle? Dann müsste man sich auch nicht über die (Un-)Rechtmäßigkeit von Datenbeschaffung unterhalten. Soweit sind die vom CCDH noch(?) nicht. Wer sucht, der findet. Was früher im stillen Kämmerlein oder vertraulichen Kreis getuschelt wurde, kommt heute dank der neuen Medien im weltweiten Internet ans Licht der Öffentlichkeit.
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