Zum Inhalt der Seite

Straßenname zunächst nicht zu beanstanden

Berlin. Die nach dem Generalluftzeugmeister der Naziluftwaffe benannte Udetzeile im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg ist laut Bezirksamt zunächst nicht zu beanstanden. Dies geht aus einem junge Welt vorliegenden Antwortschreiben der Behörde vom Juni an den Berliner Filmemacher Martin Verges hervor. Dieser hatte sich, nachdem er das Straßenschild zufällig entdeckt hatte, an den Bezik gewandt, wie er jW mitteilte. Stadtbezirksbürgermeister Jörn Oltmann (SPD) verwies in dem Schreiben lediglich darauf, dass »diese Benennung wohl im Zusammenhang der sog. ›Fliegersiedlung‹ zu sehen« sei. Udet sei »Jagdflieger im Ersten Weltkrieg« und späterer »Sport- und Kunstflieger« gewesen.

Tatsächlich war Ernst Udet am 1. Februar 1933 in die NSDAP eingetreten und später zum Hauptverantwortlichen für Entwicklung und Produktion von Kriegsflugzeugen ernannt worden. Im November 1941 hatte Udet sich umgebracht.

Oltmann bedankte sich bei Verges für dessen Anschreiben. Er antwortete, dieses »zum Anlass« zu nehmen, »weitere Recherchen vornehmen zu lassen«. (jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 19.07.2023, Seite 15, Antifaschismus

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!