Zum Inhalt der Seite

Neueinstellungen: Frauen weniger Gehalt

Nürnberg. Neu eingestellte ­Frauen verdienen im gleichen Beruf und mit ähnlicher Qualifizierung rund 15 Prozent weniger als Männer. Diese Lohnlücke erklärt sich einer Untersuchung des Nürnberger Instituts für Arbeits- und Berufsforschung (IAB) zufolge fast zur Hälfte mit dem Bewerbungsverhalten: ­Frauen bewerben sich demnach seltener bei Betrieben mit höheren Löhnen und häufiger bei solchen mit niedrigeren Löhnen. »Ihre Bewerbungsquote bei Hochlohnfirmen war um mehr als 25 Prozentpunkte niedriger als die der Männer«, erklärte der IAB-Forscher Benjamin Lochner am Montag. »Bei den zehn Prozent der Betriebe mit den niedrigsten Löhnen bewarben sich im Mittel rund 55 Prozent ­Frauen und 45 Prozent Männer.« Als Grund werden in der Studie Flexibilitätsanforderungen genannt, die in der Regel mit der Bezahlung ansteigen. Höher bezahlte Stellen erfordern demnach häufig längere Pendelstrecken zum Arbeitsort, mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit, häufigere Dienstreisen und wechselnde Arbeitsorte – und je höher die Flexibilitätsanforderungen, desto höher der Männeranteil unter den Bewerbern. Die größten Verdiensteinbußen haben laut IAB Mütter im Vergleich zu Männern und kinderlosen Frauen. (AFP/jW)

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 12.05.2023, Seite 15, Feminismus

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!