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Religiöser Zionismus

Beinahe biblisch

Der einflussreiche israelische Rabbiner Chaim Druckman ist am Sonntag im Alter von 90 Jahren in Jerusalem an den Folgen einer Coronainfektion gestorben. Das erklärte das dortige ­Hadassa-Krankenhaus am Sonntag. Der orthodoxe Rabbiner galt als wichtigster Vertreter des religiösen Zionismus und als Mentor des Chefs des gleichnamigen ultrarechten Bündnisses, Bezalel Smotrich, dem in der neuen israelischen Regierung das Finanzressort und die Verantwortung für die Siedlungen im besetzten Westjordanland übertragen werden sollen.

Druckman wurde 1932 in Polen geboren und entging im Zweiten Weltkrieg der Deportation durch die Deutschen, 1944 wanderte er in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina ein. Er war Schüler des Gelehrten Zwi Jehuda Kook, des geistigen Vaters des religiösen Nationalismus, der 1967 nach dem Sechstagekrieg im besetzten Westjordanland die Siedlungsbewegung Gusch Emunim inspirierte. Ab 1977 war Druckman 14 Jahre lang Abgeordneter der Knesset. 1993 wurde er bei einem Anschlag verletzt.(dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 27.12.2022, Seite 11, Feuilleton

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