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Über 100 Angriffe auf Gedenkstätten seit 2016

Berlin. In der BRD hat es seit 2016 offenbar mehr als 100 Attacken auf Gedenkstätten für Opfer der Nazis gegeben. Das berichtete die Süddeutsche Zeitung am Montag unter Berufung auf gemeinsame Recherchen mit dem NDR. Damit gebe es im Durchschnitt mehr als einen solchen Übergriff pro Monat. Diese reichten von Schmähungen über Sachbeschädigung bis hin zu Bedrohung und Volksverhetzung, berichtete das Blatt. Neonazis pöbelten in Gedenkstätten, leugneten den Holocaust und fotografierten sich in früheren Konzentrationslagern mit dem Hitlergruß. Zudem würden Informationstafeln und Gedenksteine mit Hakenkreuzen und Hassparolen beschmiert oder sogenannte Stolpersteine aus dem Bürgersteig gebrochen und Mahnmale zerstört. Eine zentrale Erfassung solcher Vorfälle in Deutschland gibt es bisher nicht. Für ihre Auswertung nutzten NDR und SZ Berichte in Zeitungen, Protokolle von Landtags- und Stadtratssitzungen sowie Gespräche mit Gedenkstättenmitarbeiterinnen und -mitarbeitern. Einen Anspruch auf Vollständigkeit gebe es nicht. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.05.2022, Seite 15, Antifaschismus

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