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Kapital und politische Rechte

Aufstieg mit prominenter Unterstützerin

Australien: One Nation Party setzt Höhenflug fort. Großspenden kommen von Bergbaumagnatin Rinehart

Foto: AAP/IMAGO

Die extreme Rechte in Australien ist weiter auf dem Vormarsch: Hatte die 1997 von der ehemaligen Senatorin Pauline Hanson gegründete One Nation Party (PHON) bislang nur den Rang einer politischen Randerscheinung, konnte sie im Frühjahr in den Meinungsumfragen bereits die etablierte Opposition der konservativen Parteien überholen. Nun kratzt »One Nation« am Führungsanspruch der regierenden Sozialdemokraten unter Premier Anthony Albanese.

In den jüngsten Umfragen stieg die Rechtsaußenpartei erstmals zur stärksten Kraft auf. Beim Institut Newspoll, dessen Ergebnisse exklusiv im konservativen Frontblatt The Australian erscheinen, kam Hansons Partei auf 31 Prozent, die Labor Party auf 30. Nur noch 18 Prozent der Befragten würden ihr Kreuz bei der oppositionellen ­Coalition (Liberal und National Party) machen, elf Prozent bei den Grünen. Das Umfrageunternehmen Roy Morgan sah PHON in der zweiten Juniwoche bei 29,5 Prozent gegenüber 28 für Labor, während die Konservativen auf 17 und die Grünen auf 14 Prozent kamen.

Zwar sind diese Werte, wie alle Wahlumfragen, nur Momentaufnahmen und mit einem gewissen Fehlerkorridor behaftet. Doch bei aller Schwankungsbreite illustrieren die Zahlen: Down Under verzeichnet einen gefährlichen Rechtsruck – eine Partei, die seit einem kurzen Höhenflug bei ihrer Gründung vor knapp drei Jahrzehnten weitgehend als Paria galt, ist für breite Wählerschichten der »politischen Mitte« wählbar geworden. Ungeachtet provokanter Aktionen und rassistischer Tiraden – insbesondere seitens ihrer Chefin und vor allem gegen Muslime – kann »One Nation« sich seit Monaten als legitime Protestpartei gegen das politische Establishment in Szene setzen. Mit namhaften Neuzugängen, wie dem Ende 2025 von den Nationalen übergetretenen Barnaby Joyce (immerhin ein ehemaliger Vizepremier), gibt man sich nach außen einen seriös-bürgerlichen Anstrich. Die Mischung zahlt sich aus: Anfang Mai holte »One Nation« bei einer Nachwahl das Mandat in Farrer, einem ländlichen Wahlkreis in New South Wales. Dieser war seit einem Vierteljahrhundert mit 60 bis 70 Prozent immer fest in konservativer Hand.

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Jetzt bläst Hanson sozusagen zum Sturz der Zentralregierung. »Fire the liar« (Feuert den Lügner) ist ihre direkt gegen Albanese gerichtete Kampagne betitelt, die am 10. Juni startete – binnen fünf Tagen gingen über vier Millionen Australische Dollar (rund 2,4 Millionen Euro) dafür ein. Hinter der Summe stehen 65.000 Einzelspender. Während viele konservative Australier mit immer unverhohlenerem Rechtsdrall sich mit eher bescheidenen Beträgen beteiligen, wurde parallel öffentlich, dass Großspender aus dem Big Business die Partei nicht nur finanziell enorm unterstützen, sondern auch aktiv an deren politischer Agenda mitwirken.

Ein Name steht dabei im Fokus: Gina Rinehart, Bergbaumagnatin und reichste Person Australiens. Sie und Hanson sind schon etwas befreundet. Mehrfach durfte Hanson etwa Rinehart-Maschinen für Flüge nutzen, darunter im Oktober 2025 zum CPAC-Treffen in Florida – dem weltgrößten Stelldichein von Rechtskonservativen, sogenannten Rechtspopulisten und Faschisten. Auf der gleichen Reise traf Hanson in Mar-a-Lago auch mit US-Präsident Donald Trump in dessen Privatresidenz zusammen und soll in Palm Beach in einer Gina Rinehart gehörenden Villa gewohnt haben. Allein bis März »vergaß« die Senatorin laut Recherchen des Guardian, mindestens fünf solche geschenkten Flüge gemäß den parlamentarischen Regularien zu deklarieren.

Damit ist es vorbei: Nunmehr hat Pauline Hanson sogar ein eigenes Flugzeug – selbstverständlich ein Geschenk der prominenten Gönnerin. »Hat Gina Rinehart One Nation gekauft?«, fragte der Guardian schon am 30. April. Mittlerweile hat die Parteichefin ganz offen eingeräumt, dass ihre Freundin auch auf die politischen Strategien Einfluss nimmt. Regierung wie kritische Zivilgesellschaft zeigen sich von diesem Eingeständnis alarmiert.

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Erschienen in der Ausgabe vom 17.06.2026, Seite 15, Antifaschismus

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