Zum Inhalt der Seite
Kulturgeschichte

Man kann es keinem ersparen

Im Umgang mit diskriminierenden Kunstwerken oder deren Titeln kommt es aus Sicht des Präsidenten des Deutschen Museumsbunds in erster Linie auf Einordnung an. Die Ausstellungsstätten sollten eine differenzierte Sicht auf die Dinge vermitteln, sagte Eckart Köhne der Deutschen Presseagentur. »Das muss man lernen, das kann man keinem ersparen.« Möglich sei das zum Beispiel über Hinweistafeln mit einordnenden Texten beispielsweise zum kolonialen Kontext der Entstehung eines Werks. So macht es etwa das Badische Landesmuseum in Karlsruhe, dessen Direktor Köhne ist. Er zeigte Verständnis dafür, dass manche beim Erschaffen übliche Wörter oder Bestandteile von Titeln inzwischen verpönt sind. »Bestimmte Begriffe möchte man heute nicht mehr verwenden.« Werte- und Moralvorstellungen hätten sich geändert. Betroffene Kunstwerke zu verbannen sei jedoch nicht der richtige Weg: »Man kann einen Teil der Kulturgeschichte eines Landes nicht einfach aussortieren.« In vielen Museen wird nach Lösungen gesucht, wie Köhne sagte. (dpa/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 31.01.2022, Seite 11, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!