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Weinstein stellt sich als Frauenförderer dar

New York. Der wegen Sexualverbrechen angeklagte frühere Filmproduzent Harvey Weinstein hat mit der Aussage, er sei Vorreiter bei der Frauenförderung in Hollywood gewesen, wütende Reaktionen provoziert. In einem Interview mit der New York Post, veröffentlicht am 15. Dezember auf deren Internetportal »Page six«, hatte Weinstein wenige Wochen vor seinem Prozess gesagt, er habe mehr Filme von Frauen und über Frauen gemacht als jeder andere Produzent vor ihm. Dies habe er nicht erst getan, als Frauenförderung »in Mode« gekommen sei, sondern schon vor 30 Jahren, sagte Weinstein dem Boulevardblatt. »Ich war der erste. Ich war der Pionier.« Er habe den Eindruck, dass seine Arbeit »vergessen« worden sei. Geführt wurde das Interview in einem Krankenhaus, nachdem sich Weinstein vergangene Woche einer Operation am Rücken unterzogen hatte.

Die Antwort auf die Äußerungen des einstigen Hollywood-Moguls ließ nicht lange auf sich warten. 23 Frauen, die Weinstein sexuellen Missbrauch vorwerfen, verurteilten am Montag seinen Versuch, die öffentliche Meinung zu manipulieren. Der 67jährige werde mit Sicherheit nicht vergessen, sondern als reueloser Sexualstraftäter in Erinnerung bleiben, »der sich alles genommen hat und der nichts verdient«, schrieben die Frauen, unter ihnen die Schauspielerinnen Rosanna Arquette, Ashley Judd und Rose McGowan.

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In New York soll im Januar ein Prozess gegen Weinstein beginnen. In dem Verfahren werden ihm eine Vergewaltigung im Jahr 2013 und erzwungener Oralverkehr im Jahr 2006 zur Last gelegt. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 20.12.2019, Seite 15, Feminismus

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