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Geschichtspolitik

Historisches Museum Amsterdam: 17. Jh. nicht mehr »golden«

Foto: Michael Corder/AP Photo
Relief über dem Eingang zum Historischen Museum Amsterdam (13.9.)

Amsterdam. Das historische Museum von Amsterdam wird den Begriff »Goldenes Zeitalter« für das 17. Jahrhundert nicht mehr verwenden. Dadurch würden einseitig die niederländische Blütezeit und der nationale Stolz betont, sagte der Konservator des Amsterdam Museums, Tom van der Molen, am Montag der Deutschen Presseagentur in Amsterdam. »Der Ausdruck ignoriert die vielen negativen Seiten wie Armut, Krieg, Zwangsarbeit und Menschenhandel.«

Mit dem »Goldenen Zeitalter« wird die »Blütezeit« von rund 100 Jahren bezeichnet, in der die niederländische Republik militärisch und wirtschaftlich eine Weltmacht war. Handel und Schifffahrt entwickelten sich in einem bis dahin in Europa ungekannten Ausmaß und machten so die Entwicklung hin zu einer expansiven Groß- und Kolonialmacht möglich.

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Die Entscheidung löste eine heftige Debatte in den Niederlanden aus. Ministerpräsident Mark Rutte, selbst Historiker, nannte dies »Unsinn«. Das »Goldene Zeitalter« habe auch negative Seiten gehabt. »Aber dann soll man die benennen und nicht das Etikett entfernen«, sagte Rutte in Den Haag. (dpa/jW)

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Erschienen am 17.09.2019, Feuilleton

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