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Kulturkampf

Frontalangriff

Der Generaldirektor des Budapester Petöfi-Literaturmuseums, Gergely Pröhle, nimmt nach wochenlangen Angriffen der Regierungsmedien seinen Hut. Wie das zuständige Ministerium für Humanressourcen am Donnerstag mitteilte, habe man sein Dienstverhältnis »im gegenseitigen Einvernehmen« aufgelöst. Eine Begründung gab es nicht. Auch ein Nachfolger wurde nicht genannt. Pröhle ist ein loyaler Anhänger der rechtsnationalen Regierungspartei Fidesz von Ministerpräsident Viktor Orban. Der studierte Germanist leitete das Literaturmuseum seit Anfang 2017.

Das Petöfi-Literaturmuseum nimmt eine wichtige Rolle im ungarischen Literaturbetrieb ein. Selbst Regierungskritiker räumen ein, dass Pröhle das Museum fachlich kompetent führte und es aus den tagespolitischen Kämpfen weitgehend heraushielt. Das wurde ihm nun zum Verhängnis. Eine Artikelserie im Regierungssprachrohr Magyar Idök (Ungarische Zeiten) griff ihn frontal an. Pröhle würde nichts unternehmen, um die angebliche Hegemonie linksliberaler Kreise in Literatur und Kultur zu brechen, lautete der Vorwurf. Die Angriffe fügen sich in eine breiter angelegte, von den Regierungsmedien geführte »Kulturkampf«-Kampagne ein. Orban-Anhänger wollen das Kulturleben auf einen christlich-nationalen Kurs einschwören. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.10.2018, Seite 10, Feuilleton

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