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Selber ran!

Regisseur Andreas Dresen (Foto) hat für seinen neuen Film über den DDR-Liedermacher Gerhard Gundermann (1955–1998) viele Hürden überwunden. »Man muss sich teilweise als Ostdeutscher dafür rechtfertigen, wenn man über seine eigene Biographie erzählen will«, sagte Dresen dem Berliner Tagesspiegel (Montag). Er habe fast zehn Jahre um das Projekt kämpfen müssen, weil die Partner von außen nicht richtig an den Film geglaubt hätten. Über einige andere DDR-Filme hat sich Dresen nach eigenen Angaben geärgert. So habe er etwa den Thriller »Das Leben der anderen« von Florian Henckel von Donnersmarck für »grenzwertig« gehalten. »Wir dürfen uns nicht beschweren, wenn Filme entstehen, die vielleicht nicht unsere Sicht teilen. Dann müssen wir eben selber noch mal ran. Wenn man sich die erzählerische Hoheit nicht nehmen lassen will, darf man sich nicht drücken.« Gerhard Gundermann war ein populärer DDR-Musiker, der zugleich als Baggerfahrer im Braunkohletagebau arbeitete. Dresens Film »Gundermann« mit Alexander Scheer in der Titelrolle kommt am 23. August in die Kinos. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 24.07.2018, Seite 11, Feuilleton

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