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09.07.2018
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NSU: Regierungsbeauftragte kritisiert Vertuschung
München. Vor dem Urteil im NSU-Prozess hat die Ombudsfrau der Bundesregierung für die NSU-Opfer, Barbara John, die Vernichtung von Akten zur Neonaziszene in Thüringen im Bundesamt für Verfassungsschutz als »Skandal erster Güte« kritisiert. Die Behörde habe damit gezeigt, dass sie »die Richtlinienkompetenz« der politischen Aufsicht für unbedeutend halte, sagte John der Deutschen Presseagentur in München. Das Bundesamt wird, wie alle Geheimdienste, vom Kanzleramt koordiniert. Wenige Tage vor der Schredderaktion im November 2011 hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) volle Aufklärung der NSU-Verbrechen versprochen. (dpa/jW)
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