Zum Inhalt der Seite
Fußball

Lebenslang für Naki

Istanbul. Der kurdischstämmige Fußballprofi Deniz Naki ist von der türkischen Fußballföderation (TTF) lebenslang gesperrt worden. Dies wurde auf einer Disziplinarversammlung am Dienstag beschlossen und auf der Homepage des Verbands bekanntgegeben. Dem 28jährigen wird wegen seines Engagements für die Rechte der Kurden Diskriminierung und ideologische Propaganda vorgeworfen (siehe jW vom 25.1.). Zusätzlich soll Naki eine Geldstrafe von umgerechnet 58.000 Euro zahlen. Der ehemalige deutsche U21-Nationalspieler hatte sich nach dem Autobahnattentat auf ihn vor rund drei Wochen entschieden, nicht in die Türkei zurückzukehren, und bemüht sich um die Auflösung seines Vertrages beim kurdischen Klub Amed SK aus der dritten türkischen Liga. Naki, der im vergangenen April in der Türkei nach angeblicher Unterstützung der kurdischen Arbeiterpartei PKK in sozialen Medien wegen »Terrorpropaganda« zu 18 Monaten und 22 Tagen Haft auf Bewährung verurteilt worden war, hat seinen Entschluss laut Anwalt Stephan Kunz »aufgrund massiver Sicherheitsbedenken« gefasst: »Er hat sich von den Bitten seiner Familie und seines Umfeldes überzeugen lassen, in Deutschland zu bleiben.« (sid/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 01.02.2018, Seite 16, Sport

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!