-
22.12.2017
- → Feminismus
Postillon checkt Fakten im Journalismus
Fürth. Satire überholt Realität – die Macher des Postillon, bekannt für laut Selbstdarstellung »ehrliche Nachrichten«, musste sich am Dienstag als Wahrer des Qualitätsjournalismus betätigen. Die Satiriker haben mehrfach diverse deutsche Medienhäuser über den Kurznachrichtendienst Twitter darauf hingewiesen, dass deren Berichterstattung über das neue schwedische Sexualstrafrecht falsch ist. Unter anderem das ZDF, diverse Lokalzeitungen und Focus hatten die Gesetzesänderung so dargestellt, als gelte Sex künftig in Schweden nur dann als einvernehmlich, wenn man zuvor um Erlaubnis bitte. Die meisten Medien suggerierten darüber hinaus, lediglich Männer müssten eine »Genehmigung« von Frauen einholen. Der Postillon machte deutlich, dass dies nicht dem Wortlaut des Gesetzes entspricht, das von der schwedischen Regierung auch in Englisch zugänglich gemacht wird. Dort wird lediglich deutlicher als bisher gesagt, dass es »illegal ist, eine Person zu einer sexuellen Handlung zu zwingen oder zu nötigen«, wenn sie in diese nicht durch »Wort oder Tat« einwilligt. (jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!