-
16.10.2017
- → Feuilleton
Angriff auf Südseite
Es war die wohl politischste Buchmesse, die Frankfurt am Main seit Jahren erlebt hat. Nicht nur auf dem Messegelände kam es zu Auseinandersetzungen bis hin zu tätlichen Angriffen. So stürmten am Freitag gegen 21.20 Uhr zwei junge Männer eine Veranstaltung mit der Bundestagsabgeordneten Annette Groth (Die Linke) in der »Internationalen Buchhandlung Südseite«, rissen ein Plakat herab und verwüsteten die Auslagen.
Nach einem Gerangel mit Anwesenden konnten die Männer festgehalten und später der Polizei übergeben werden. Die Buchhandlung erstattete Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Groth hatte zuvor im Rahmen der linken Veranstaltungsreihe »Gegenbuchmasse« den von ihr mitherausgegebenen Band »Palästina – Vertreibung, Krieg und Besatzung. Wie der Konflikt die Demokratie untergräbt« vorgestellt und mit dem Publikum diskutiert. Der Band, der sich kritisch mit der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern auseinandersetzt, erscheint dieser Tage im Papyrossa-Verlag. Im Vorfeld war die Veranstaltung kritisiert worden, da Groth mit antisemitischen Stereotypen argumentiere. (jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!