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Ministerin: Mangel an Distanz zu Industrie

Wolfsburg. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ist ungewöhnlich hart mit der deutschen Autobranche und der Beziehung zwischen Politik und Herstellern ins Gericht gegangen. Die Vorwürfe zu möglichen illegalen Kartellabsprachen hätten weiteres Vertrauen zerstört, sagte die Politikerin am Donnerstag in Wolfsburg nach einem Gespräch mit VW-Konzernchef Matthias Müller. Es gebe »offenbar hier oder da Missstände im Management« der Autobauer. Die Nähe zwischen Politik und Industrie sei »zu groß« gewesen, zeigte sich Hendricks vermeintlich überrascht. Dies habe dazu geführt, dass die Autobranche sich »zu sicher« gefühlt habe. »Es ist wohl so, dass der Staat es in der Vergangenheit zu häufig an Distanz zur Automobilindustrie hat mangeln lassen.« Daher sei die Regierung jetzt auch mit in der Verantwortung, verlorengegangenes Vertrauen wiederherzustellen. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.07.2017, Seite 5, Inland

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