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Prozess um gefesselten Flüchtling eingestellt

Kamenz. Der Prozess gegen vier Männer, die vor knapp einem Jahr einen psychisch kranken Flüchtling an einen Baum gefesselt hatten, ist am Montag unmittelbar nach Beginn eingestellt worden. Der Richter am Amtsgericht Kamenz in Sachsen begründete dies mit der geringen Schuld der Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft hatte ihnen Freiheitsberaubung vorgeworfen. Sie hatten den 21jährigen im Mai 2016 nach einer Auseinandersetzung aus einem Supermarkt in Arnsdorf gezerrt und mit Kabelbindern gefesselt.

Bereits kurz danach hatte die Polizei klargestellt, der Iraker habe weder gestohlen noch etwas beschädigt. Auch die Vorwürfe der Beschuldigten, er habe Mitarbeiter des Ladens bedroht, erhärteten sich nicht. Kurz vor Prozessbeginn wurde der junge Mann tot in einem Wald gefunden (siehe jW vom 21.4.). Er soll bereits im Januar erfroren sein. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 25.04.2017, Seite 2, Inland

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