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Equal Pay Day: 77 Tage Ackern für lau

Berlin. Noch immer erhalten Frauen in der Bundesrepublik im Schnitt 21 Prozent weniger Lohn pro Stunde als Männer, das zeigen die Daten zum Jahr 2016, die das Statistische Bundesamt am Dienstag vorlegte (siehe jW vom Mittwoch). Am morgigen Samstag ist in diesem Jahr der Tag erreicht, an dem die Durchschnittsfrau hierzulande das gleiche Einkommen ausgezahlt bekommen hat wie der Durchschnittsmann schon am 31. Dezember des Vorjahres. Sprich: Sie arbeitet 77 Tage unentgeltlich, um auf den Männerlohn zu kommen.

Zum zehnten Mal machen zum »Equal Pay Day« Frauen und ihre Verbände am heutigen Freitag und am Samstag auf die Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen aufmerksam und fordern ein Ende der Lohndiskriminierung. Am Brandenburger Tor in Berlin wird der Deutsche Gewerkschaftsbund eine Kundgebung abhalten, auf der auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) sprechen wird.

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Der Verein »Business and Professional Women Germany« (BPD), der mit Förderung durch das Familienministerium die Geschäftsstelle Equal Pay Day betreibt und viele Aktionen koordiniert, wies darauf hin, dass von Lohngerechtigkeit nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer profitieren. Die Geschäftsstelle lädt für den Samstag zu einem Equal-Pay-Kongress in Berlin ein, auf dem Personen aus Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kultur darüber beraten werden, mit welchen konkreten Schritten die Lohnlücke geschlossen werden kann. (jW)

www.equalpayday.de

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Erschienen in der Ausgabe vom 17.03.2017, Seite 15, Feminismus

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