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Gewerkschaften klagen gegen Katar

Zürich. Die Vergabe der Fußballweltmeisterschaft der Herren 2022 an Katar hat möglicherweise ein juristisches Nachspiel: Nach Angaben des Züricher Tagesanzeigers (Internetausgabe vom 8.12.2016) hat die niederländische Gewerkschaft Federatie Nederlandse Vakbeweging eine Klage gegen den Weltverband FIFA eingereicht. Mit involviert sind auch zwei Gewerkschaften aus Bangladesch.

Der Vorwurf gegen die FIFA lautet: Der Weltverband tue zu wenig, um die Bedingungen der zahlreichen ausländischen Arbeitskräfte im Emirat am Persischen Golf zu verbessern. Wiederholt hatten die Politik, aber auch Menschenrechtsorganisationen auf Missstände hingewiesen. Es bestehe der Verdacht auf Zwangsarbeit. Die Ausrichtung der WM-Endrunde war im Jahr 2010 in Zürich völlig überraschend Katar überlassen worden. Im Zusammenhang mit den Vergaben wurden immer wieder Korruptionsvorwürfe laut. Viele Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees, das 2010 die Entscheidung traf, sind mittlerweile von der Ethikkommission des Weltfußballverbands gesperrt worden. Nach Angaben des Tagesanzeigers weist die FIFA die Vorwürfe in einem Brief an die Gewerkschaften zurück. Katar hatte zuletzt Reformen verabschiedet, die die Arbeitsbedingungen der zahlreichen ausländischen Kräfte nachhaltig verbessern sollen. Allerdings sind Menschenrechtsorganisationen nach wie vor skeptisch. (sid/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 13.12.2016, Seite 15, Betrieb & Gewerkschaft

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