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Koalition will ­Kinderehen verbieten

Berlin/London. Die Regierungskoalition von CDU, CSU und SPD will religiöse wie auch standesamtliche Trauungen von Minderjährigen verbieten. Das sagte CDU-Fraktionsvize Stephan Harbarth der Stuttgarter Zeitung (Mittwochausgabe). Das Verbot soll nach seinen Angaben für alle Religionen gelten. Auch im Ausland geschlossene Ehen sollen nur noch anerkannt werden, wenn beide Partner zum Zeitpunkt der Eheschließung volljährig waren. Hintergrund ist die im Zuge der starken Zuwanderung von Muslimen deutlich gestiegene Zahl sogenannter Kinderehen. Den jüngsten Erhebungen zufolge leben knapp 1.500 verheiratete Jugendliche in der Bundesrepublik. Zwar sind Ehen hierzulande derzeit grundsätzlich erst mit der Volljährigkeit erlaubt, in Ausnahmefällen darf ein Partner aber auch 16 oder 17 Jahre alt sein.

Am Dienstag hatte die Kinderrechtsorganisation »Save the Children« in London anlässlich des Weltmädchentages einen Bericht veröffentlicht, dem zufolge die Zahl der Mädchen steigt, die im Kindesalter verheiratet werden. Demnach leben weltweit rund 700 Millionen Frauen und Mädchen in Ehen, die sie vor Vollendung des 18. Lebensjahrs eingehen muss­ten. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 14.10.2016, Seite 15, Feminismus

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