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Keine Mingazzi

Um eine Bratsche mit der Inschrift »Luigi Mingazzi Ravenna 1923« geht es derzeit am Oberlandesgericht (OLG) München. 2013 kaufte ein Mitglied der Berliner Philharmoniker das Instrument für 60.000 Euro einem Berufskollegen ab. Später ergab ein Gutachten, dass die Viola aus dem Vogtland stamme, nicht vom Meister aus Ravenna. Der Philharmoniker forderte 40.000 Euro zurück, der Verkäufer hielt dagegen, von einer Mingazzi sei nie die Rede gewesen. Der Richter am OLG meinte nun, wenn jemand 60.000 Euro für eine Bratsche zahle, sei klar: »Ich kaufe hier eine Mingazzi.« (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 14.10.2016, Seite 10, Feuilleton

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