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Lange Wartezeiten bei Flüchtlingsentscheiden

Berlin. Fast 30.000 Geflüchtete warten inzwischen seit mehr als zwei Jahren auf eine Entscheidung über ihren Asylantrag. Das geht nach einem Bericht der Welt (Mittwochausgabe) aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linke-Fraktion im Bundestag hervor. Die Bearbeitungszeit betrug demnach in 3.808 Fällen zum Stichtag 31. März sogar bereits mehr als drei Jahre. In 96.655 Fällen mussten die Menschen länger als ein Jahr warten. Inzwischen werde die durchschnittliche Verfahrensdauer mit etwa einem halben Jahr angegeben. Bei Geflüchteten aus Afghanistan, Eritrea, dem Iran oder Pakistan dauerten die Verfahren aber deutlich länger. Hintergrund für die langen Wartezeiten sei der Welt zufolge der massive Rückstau bei der Bearbeitung von Asylanträgen. Die extreme Dauer der Verfahren sei »für die Betroffenen unzumutbar«, sagte die Linke-Abgeordnete Ulla Jelpke. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 19.05.2016, Seite 1, Inland

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