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Bayreuther Preis für »Code Pink«

Bayreuth. Die US-amerikanische Frauenfriedensorganisation »Code Pink« wird mit dem von der Stadt Bayreuth gestifteten »Wilhelmine-von-Bayreuth-Preis für Toleranz und Humanität in kultureller Vielfalt« ausgezeichnet. Dies berichtete am Donnerstag der Bayrische Rundfunk.

Der nach öffentlicher Debatte vom Stadtrat am Mittwoch abend endgültig beschlossenen Ehrung war eine heftige Auseinandersetzung vorausgegangen, weil mehrere Politiker, unter ihnen der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck, dagegen protestiert hatten. Sie hatten Code Pink wegen Kritik am Staat Israel Antisemitismus bzw. »Israelfeindlichkeit« vorgeworfen. Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe hatte die Verleihung deshalb stoppen wollen. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird seit 2008 jährlich auf Vorschlag der Universität verliehen.

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Der israelische Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman, reagierte empört auf die Entscheidung der Stadt: »Die Definition von Toleranz und Humanität in Bayreuth ist scheinbar: mit Holocaustleugnern in Iran zusammenzuarbeiten, Juden zu boykottieren und Israel das Existenzrecht abzusprechen.« Code Pink wies die Vorwürfe zurück. Man kritisiere die Politik vieler Regierungen, darunter auch die der USA und des Staates Israel, heißt es in einer Erklärung der 2002 gegründeten Organisation. Viele Mitglieder, darunter die Mitbegründerinnen Medea Benjamin und Jodie Evans, seien selbst jüdischer Herkunft. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 26.02.2016, Seite 15, Feminismus

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