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Argentinien knickt vor Hedgefonds ein

New York. Argentiniens Regierung ist vor weiteren »Gläubigern« früherer Staatsanleihen eingeknickt. Buenos Aires habe ein Grundsatzvereinbarung mit einer Gruppe von Sammelklägern erzielt, sagte der von einem US-Gericht bestellte Vermittler, Daniel Pollack, am Dienstag in New York. Sie sieht vor, dass der südamerikanische Staat vollständig den Nennwert der von der Gruppe »Brecher Class« gehaltenen Anleihen und die Hälfte der aufgelaufenen Zinsen zurückzahlt.

Brecher Class ist die vierte derartige Gruppe, mit der das hochverschuldete Land binnen zwei Wochen eine »Einigung« erzielt hat. In der vergangenen Woche hatte die Regierung des neuen Präsidenten Mauricio Macri mehreren US-Hedgefonds einen Vorschlag zur Einigung vorgelegt und eine Rückzahlung in Höhe von 6,5 Milliarden Dollar (5,8 Milliarden Euro) angeboten.

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Insgesamt hatte Argentinien mit den Hedgefonds um ausstehende »Schulden« in Höhe von rund neun Milliarden Dollar gestritten. Hintergrund der Verhandlungen ist ein Streit mit den beiden US-Hedgefonds NML Capital und Aurelius. Diese hatten nach der Staatspleite Ende 2001 argentinische Schuldscheine billig aufgekauft und verlangten später die Auszahlung des Nennwertes der Staatsanleihen plus Zinsen. Ein US-Bundesrichter namens Thomas Griesa entschied später, dass Argentinien erst den beiden Hedgefonds 1,3 Milliarden Dollar auszahlen müsse, ehe es die Forderungen weiterer privater Gläubiger begleichen darf.

Die Vorgängerregierung von Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner hatte die Zahlung verweigert und die Spekulanten als »Geierfonds« bezeichnet. Mehr als 90 Prozent der regulären Gläubiger Argentiniens hatten in den Jahren 2005 und 2010 einem Schuldenschnitt zugestimmt und auf bis zu 70 Prozent ihres Geldes verzichtet. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.02.2016, Seite 9, Kapital & Arbeit

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