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01.02.2016
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Geheimdienste knüpften zu 850 Asylbewerbern Kontakt
Berlin. Bundesnachrichtendienst (BND) und Verfassungsschutz (BfV) sind zwischen 2000 und 2013 an 850 Asylbewerber herangetreten, um von ihnen Informationen abzuschöpfen. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor. 477 von ihnen wurde anschließend ein Schutzstatus gewährt, mit dem sie in der BRD bleiben können. Die Linke mutmaßt nun, dass die Geheimdienste den Asylbewerbern den Schutzstatus im Gegenzug für Informationen angeboten haben. »Flüchtlinge wurden faktisch von BND und BfV erpresst – ein völlig inakzeptables Vorgehen in demokratischen Rechtsstaaten«, sagte die Linke-Politikerin Martina Renner gegenüber dpa. (dpa/jW)
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