Zum Inhalt der Seite

EZB: Redetexte nicht mehr vorab

Frankfurt am Main. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird Redetexte ihrer Ratsmitglieder ab sofort nicht mehr vorab mit Sperrfrist an Journalisten verteilen. Das kündigte die Notenbank am Donnerstag in Frankfurt an. EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Coeuré hatte erst am Montag abend bei einem Abendessen in London vor einigen Vertretern von Hedgefonds und Banken Details zu Änderungen im EZB-Anleihenkaufprogramm genannt. Die EZB veröffentlichte die Rede aber erst am Dienstag vormittag – danach ging der Euro-Kurs auf Talfahrt. Damit hatte eine kleine Schar von Finanzmarktakteuren einen zeitlichen Vorsprung vor allen anderen Marktteilnehmern. (dpa/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 22.05.2015, Seite 5, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!