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G-36-Kritiker wurde offenbar strafversetzt

Berlin. Wegen Kritik an dem Sturmgewehr G36 der Bundeswehr ist ein Beamter offenbar mehrfach versetzt worden. Laut Bild am Sonntag hatte der Waffen- und Munitionsexperte Dieter J. im damaligen Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) schon 2006 auf Probleme mit der Treffsicherheit hingewiesen. Er ließ dem Bericht zufolge damals gutachterlich feststellen, dass für die G-36-Herstellung ein ungeeigneter Werkstoff verwendet wurde. Daraufhin sei der Beamte mehrfach versetzt worden. In den Jahren 2008 und 2010 ordnete das BWB laut Bild am Sonntag psychiatrisch-psychologische Untersuchungen bei dem Mitarbeiter an, der sich erfolgreich vor dem Verwaltungsgericht Koblenz wehrte. »Man wollte mich damals einfach für verrückt erklären lassen«, sagte Dieter J. dem Blatt. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.05.2015, Seite 1, Inland

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