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Meeses Kunsthitlerei

 

Der Künstler Jonathan Meese wird nicht für seinen Hitlergruß bestraft. Die Staatsanwaltschaft München hat ein Verfahren gegen den 45jährigen wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingestellt. Das bestätigte eine Justizsprecherin am Dienstag. Meese war im vergangenen Jahr angezeigt worden, weil er am 21. November während einer Performance unter dem Titel »Diktatur der Kunst« beim Literaturfest München mehrfach die Hand zum Hitlergruß gehoben hatte. Das hatte er auch zuvor schon häufiger bei Auftritten gemacht. In München hatte Meese vor allem seiner Wut über sein Aus als »Parsifal«-Regisseur bei den Bayreuther Festspielen freien Lauf gelassen und gesagt, auf dem Grünen Hügel habe es seit 1945 keine starke Performance mehr gegeben: »Die letzte starke Inszenierung war Hitler.« Meeses Anwalt teilte am Dienstag mit: »Dieser Auftritt ist als Performance anzusehen und damit ein Werk der Kunst.« Die Zuschauer, die zwölf Euro für die Veranstaltung zahlten, hätten gewusst, was auf sie zukommt. Nach Angaben des Anwalts ist das Verfahren das vierte gegen Meese, »das mit einem Freispruch endet«. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 07.05.2015, Seite 10, Feuilleton

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