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Anschlag in Jerusalem

Palästinensische Angreifer töten Betende in Synagoge

Foto: EPA/ABIR SULTAN/dpa/Bildfunk
Der Tatort des Anschlags am Dienstag in Jerusalem

Beim ersten Terroranschlag auf eine Synagoge in Jerusalem haben zwei palästinensische Angreifer vier jüdische Betende getötet. Herbeigerufene Polizisten erschossen danach die beiden Täter, die aus dem arabischen Ostteil Jerusalems stammen. Die Attentäter hatten die gläubigen Juden am Dienstag morgen in einem Gotteshaus in Har Nof mit Messern und Äxten angegriffen und Schüsse abgefeuert. Sieben Menschen wurden nach Angaben von Sanitätern verletzt, darunter auch zwei Polizisten. Der Angriff in der Kehillat-Bnei-Torah-Synagoge in einem ultraorthodoxen Viertel im Westen Jerusalems war der schwerste dieser Art in der Stadt seit 2008, als ein Palästinenser acht Menschen in einer Religionsschule erschoss. Die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) teilte mit, zwei ihrer Mitglieder hätten den Anschlag verübt. Die Organisation rief alle palästinensischen Fraktionen dazu auf, »gemeinsam Widerstand gegen die (israelische) Besatzung zu leisten«.

Während der palästinensische Präsident Mahmud Abbas den Anschlag auf das Gotteshaus und den Tod von Gläubigen verurteilte, sprach die Hamas von einer »heroischen Tat«. Es sei die Rache für den Tod eines arabischen Busfahrers sowie Israels Vorgehen auf dem Tempelberg (Haram Al-Scharif). Nach Angaben der israelischen Polizei soll der am Sonntag abend erhängt in einem Bus aufgefundene Palästinenser Selbstmord begangen haben. Seine Familie beschuldigt jedoch jüdische Extremisten, hinter der Tat zu stehen.

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Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, der Angriff sei das »direkte Ergebnis einer Hetze«, die von der Hamas und Abbas ausgehe und von »der internationalen Gemeinschaft verantwortungslos ignoriert« worden sei. »Wir werden mit harter Hand auf den brutalen Mord an Juden reagieren, die kamen, um zu beten, und von verachtenswerten Mördern getötet wurden.« Anschließend berief Netanjahu sein Sicherheitskabinett für eine Sondersitzung ein. Der israelische Polizeiminister Izchak Aharonovich will als Reaktion in Jerusalem die Ausgabe von Waffenscheinen erleichtern. Im Gespräch mit dem israelischen Rundfunk kündigte Aharonovich weitere Maßnahmen gegen Attentate an.

US-Außenminister John Kerry sprach nach dem Anschlag von »purem Terror« und »sinnloser Brutalität«. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich »zutiefst erschüttert«. (dpa/Reuters/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 19.11.2014, Seite 2, Ausland

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