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Forschung behindert: Akademiker gegen Blockade

Die Blockade Kubas durch die USA behindert unter anderem die internationale Kooperation der Insel mit Studenten und Akademikern aus anderen Ländern, auch aus den Vereinigten Staaten selbst. Darauf wies die staatliche Nachrichtenagentur Prensa Latina am Dienstag hin und stützte sich dabei auf einen vom Außenministerium in Havanna herausgegebenen offiziellen Bericht unter dem Titel »Über die Notwendigkeit, die von den USA gegen Kuba verhängte Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade zu beenden«. Diese Dokumentation gibt die kubanische Regierung jährlich mit Blick auf die am gestrigen Mittwoch mit der Generaldebatte eröffnete UN-Vollversammlung in New York heraus. Auf deren Tagesordnung steht auch 2014 ein Antrag auf Verurteilung des US-Wirtschaftskrieges. Im vergangenen Jahr war die von Kuba eingebrachte Resolution mit 188 gegen zwei Stimmen bei drei Enthaltungen verabschiedet worden – Washington ignorierte sie, wie in den Vorjahren, erneut.

In der diesjährigen Broschüre, die auf einer Internetseite in mehreren Sprachen zum Download angeboten wird, verweist Havanna unter anderem auf eine Stellungnahme von Wissenschaftlern mehrerer Universitäten im US-Bundesstaat Florida. Diese erklärten, die Blockadepolitik ihrer Regierung habe die Ozeanforschung ihrer Hochschulen behindert, weil sie nicht nach Kuba reisen und sich mit ihren dortigen Kollegen austauschen dürfen. Ursprünglich hatten sie gemeinsam mit den kubanischen Wissenschaftlern erforschen wollen, wie die Umweltbedingungen für die bedrohten Korallenriffe verbessert und eine Überfischung der Gewässer verhindert werden können. Zudem war ihr Ziel, ein besseres Verständnis des Ökosystems im Golf von Mexiko.

Auch aus Illinois kommen Klagen. Víctor Margolin, der an der dortigen Universität lehrt, konnte im vergangenen Jahr aufgrund einer fehlenden Genehmigung durch das Finanzministerium nicht an einem internationalen Kongreß über »Form und Design« in Havanna teilnehmen.


Anfang 2014 berichtete die Zeitung San Francisco Bay View, daß die US-Steuerbehörden Ermittlungen gegen die »Interreligiöse Stiftung für Gemeindeorganisation« eingeleitet haben. Diese von dem katholischen Geistlichen Lucius Walker bis zu seinem Tod 2010 geleitete humanitäre Nichtregierungsorganisation kümmert sich darum, jungen US-Bürgern ein Medizinstudium an kubanischen Hochschulen zu ermöglichen.

(PL/jW)

www.cubavsbloqueo.cu/en
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Erschienen in der Ausgabe vom 25.09.2014, Seite 3, Schwerpunkt

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