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Delinquenz hängt nicht von Herkunft ab

Berlin. Ausländische Jugendliche werden genausooft straffällig wie herkunftsdeutsche Altersgenossen. Dies ist das Ergebnis eines Gutachtens, das Christian Walburg vom Institut für Kriminalwissenschaften der Universität Münster im Auftrag des Mediendienstes Integration erstellte und das am Mittwoch veröffentlicht wurde. Zwar liege in der Kriminalitätsstatistik die Zahl ausländischer Tatverdächtiger und Straffälliger überproportional hoch, dies habe aber nach Walburg »wenig Aussagekraft«, da die Statistik durch mehrere Komponenten verzerrt werde. Unter anderem würden Gesetze aufgeführt, gegen die Deutsche nicht verstoßen können, etwa Aufenthaltsbestimmungen. Außerdem sei das sogenannte Kriminalisierungsrisiko für ausländische Jugendliche höher, da sie in Konfliktsituationen häufiger angezeigt werden. Befragungsstudien, die diese Verzerrungen nicht aufwiesen, belegten hingegen, daß es kaum Unterschiede gebe. (jW)

www.kurzlink.de/walburg-gutachten
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Erschienen in der Ausgabe vom 31.07.2014, Seite 5, Inland

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