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NSU-Bombe: Spur seit 2012 ignoriert

München. Im NSU-Prozeß wollen die Anwältinnen der deutsch-iranischen Familie, die im Jahr 2001 in Köln Opfer eines Bombenanschlags wurde, eine bislang ignorierte Spur untersuchen lassen. Sie beantragten am Donnerstag nachmittag, die frühere Chefin des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, Mathilde Koller, als Zeugin zu laden. Hintergrund ist ein Aktenvermerk von 2012: Demnach könnte ein vorbestrafter Kölner Neonazi die Bombe abgeliefert haben – nicht etwa Uwe Mundlos oder Uwe Böhnhardt. Die 19jährige Mashia M. war schwer verletzt worden, als sie eine Geschenkdose geöffnet hatte, die ein Mann im Dezember 2000 in dem Geschäft zurückgelassen hatte. Später war ein Phantombild erstellt worden. Der Verfassungsschutz teilte daraufhin dem polizeilichen Staatsschutz mit, es ähnele dem Neonazi Johann H. (dpa/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 28.06.2014, Seite 2, Inland

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