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Mitstreiter von ­Hugo Chávez: Eliécer Otaiza ermordet

In Baruta, einem Mittelschichtsviertel der venezolanischen Hauptstadt Caracas, ist ein langjähriger Mitstreiter des im vergangenen Jahr verstorbenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez, Eliécer Otaiza, tot aufgefunden worden. Innenminister Miguel Rodríguez Torres informierte am Montag (Ortszeit) im staatlichen Fernsehen VTV, der Stadtratsvorsitzende des ­Bezirks Libertador in Caracas sei mit vier Schüssen ermordet worden. Die Hintergründe des Verbrechens sind noch völlig unklar. Die Polizei geht bislang von einem Raubüberfall aus, aber auch politische Motive werden nicht ausgeschlossen.

»Lebend gesehen wurde er zuletzt am Freitag in Turgua im Bundesstaat Miranda während eines Treffens mit Freunden. Seit dieser Begegnung wußte niemand mehr etwas von ihm«, erläuterte der Minister. Beamte der Lokalpolizei von Baruta hätten auch das Fahrzeug Otaizas entdeckt, das ebenfalls ein Einschußloch aufwies.

Der Offizier Eliécer Otaiza gehörte im Vorfeld des von Hugo Chávez am 4. Februar 1992 geführten Aufstands gegen die damalige venezolanische Regierung zu dessen illegaler Revolutionären Bolivarischen Bewegung (MBR-200). Nach dem Regierungsantritt von Chávez 1999 übernahm Otaiza die Leitung des inzwischen aufgelösten Geheimdienstes DISIP und später des Nationalinstituts für Grund und Boden (INTI).


Venezuelas Präsident Nicolás Maduro würdigte den Ermordeten als »Soldaten des Heimatlandes« und ordnete umfassende Ermittlungen an. Parlamentspräsident Diosdado Cabello, der Otaiza seit 1983 kannte, erinnerte an ihn als einen »prinzipientreuen, im Kampf unerschütterlichen Genossen«.

(AVN/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 30.04.2014, Seite 3, Schwerpunkt

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