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»Perverse Angst« der Deutschen

Hamburg/Berlin. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat sich über Kritik aus Deutschland am Kurs der Notenbank beklagt. »Jedes Mal hieß es, um Gottes willen, dieser Italiener zerstört Deutschland«, sagte Draghi laut Vorabmeldungdem Nachrichtenmagazin Der Spiegel mit Blick auf Entscheidungen der Notenbank während der Euro-Krise. »Es gab diese perverse Angst, daß sich die Dinge zum Schlechten entwickeln, aber das Gegenteil ist passiert.« Die Krise sei nicht überwunden, aber es gebe viele ermutigende Zeichen, sagte der 66jährige weiter. Er führte das auch auf seinen Kurs zurück, die Banken mit zusätzlichem Geld auszustatten. Für seine Äußerungen mußte Draghi im Gegenzug schwere Vorwürfe einstecken. »Sein Selbstmitleid und Eigenlob lassen ein tief verunsichertes Ego erkennen«, sagte der Bonner Wirtschaftswissenschaftler Manfred Neumann der Tageszeitung Die Welt (Sonnabendausgabe). Einer der schärfsten Kritiker Draghis, Bundesbank-Präsident Jens Weidmann, warnte gegenüber Bild davor, daß die Finanzkrise wieder aufflammen könnte, wenn die Euro-Länder den Reformkurs verließen. Der Euro sei in der »Reha«, dort brauche es Ausdauer und einen starken Willen, andernfalls bestehe Rückfallgefahr.

(dpa/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 30.12.2013, Seite 2, Kapital & Arbeit

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