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UNO: Teenager besser schützen

Berlin. Jedes fünfte Mädchen in Entwicklungsländern wird vor seinem 18. Geburtstag schwanger. Teenagerschwangerschaften seien sowohl eine Folge als auch eine Ursache von Armut, fehlender Bildung und mangelnder Gleichstellung, heißt es im Weltbevölkerungsbericht 2013 des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA). Er wurde am Mittwoch in Berlin vorgestellt.

Von den minderjährigen Müttern in Entwicklungsländern sind dem Bericht zufolge 90 Prozent verheiratet oder leben in festen Beziehungen. Weltweit bekommen demnach jährlich 13,1 Millionen junge Frauen zwischen 15 und 19 Jahren ein Kind, 95 Prozent von ihnen leben in Entwicklungsländern. In den entwickelten Ländern werden pro Jahr 680000 Geburten in dieser Altersgruppe verzeichnet, Spitzenreiter sind hier die USA mit rund 330000 Geburten 2011. Von den 7,3 Millionen Minderjährigen in Entwicklungsländern, die jedes Jahr Mutter werden, sind zwei Millionen noch keine 15 Jahre alt.

»Frühe Schwangerschaften sind Ausdruck von Machtlosigkeit, Armut und äußeren Zwängen – ausgeübt von Partnern, Gleichaltrigen und Gemeinschaften«, heißt es im Bericht. Oft resultierten sie auch aus sexualisierter Gewalt. Als wirksamstes Gegenmittel wird Bildung angesehen. Sie eröffne Zugang zum Arbeitsmarkt und zu einem eigenständigen Leben, stärke Selbstwertgefühl und gesellschaftlichen Status. Zudem verringere sie die Wahrscheinlichkeit von Kinderehen, von denen 16 Prozent aller unter 18jährigen Mädchen in Entwicklungsländern betroffen seien.


Der Bevölkerungsfonds verweist auch auf die oft schlimmen Folgen einer frühen Schwangerschaft für die Gesundheit. Jedes Jahr sterben in Entwicklungsländern rund 70000 15- bis 19jährige infolge von Komplikationen in der Schwangerschaft oder bei der Geburt. Zudem gebe es in dieser Altersgruppe rund 3,2 Millionen unsichere Abtreibungen pro Jahr.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 08.11.2013, Seite 15, Feminismus

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