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Algeriens Nationale Befreiungsfront

Die 1954 als Untergrundorganisation gegründete FLN (Nationale Befreiungsfront) regiert in Algerien fast ununterbrochen seit der Unabhängigkeit 1962. Die bis heute bestehende Machtteilung zwischen FLN und Armee hat ihre Wurzeln in der Entkolonialisierung. Während die FLN-Guerillazellen seit 1957 im Land faktisch aufgerieben waren, baute Houari Boumediénne schon während des Krieges in den Flüchtlingslagern in Tunesien und Marokko eine schlagkräftige Armee auf. 1962 verbündete er sich mit der Tlemcen-Gruppe innerhalb des FLN-Politbüros unter Ahmed Ben Bella. Gemeinsam schalteten Boumediénne und Ben Bella ihre parteiinternen Rivalen aus und übernahmen mit der Grenzarmee im Rücken die Macht. 1965 putschte Boumediénne und errichtete ein autokratisches Regime islamistischer Prägung. Nach seinem Tod 1978 war Außenminister Abdelaziz Bouteflika Favorit für die Nachfolge, wurde aber vom Militär ausgebootet, das mit Chadli Bendjedid einen Offizier im Präsidentenpalast installierte. Bouteflika flog 1981 aus der FLN, floh ins Exil und kehrte erst nach dem »demokratischen Frühling« 1988 zurück, der durch den Wahlsieg der Radikalislamisten 1991 und den Militärputsch 1992 ein jähes Ende fand. (sn)
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Erschienen in der Ausgabe vom 11.10.2013, Seite 3, Schwerpunkt

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