Zum Inhalt der Seite

Schalldämpfer

Das Schlimmste am Krankenhaus«, jaulte Jan, »sind die Thrombosestrümpfe. Das geht einfach nicht, das kann man nicht bringen. Da stehen schöne Frauen vor dir, und du liegst in so einer Art Medizinalstrapsen rum. Ganz in weiß. Das gehört sich doch nicht.«

Jan stöhnte vor innerem Jammer, Ralle griente fies. »Thrombose, Thrombose, und in immer in die Hose«, höhnte er.

»Unter Freunden«, sagte Jan, »darf man sich schon mal eins reinreichen. Und wenn ich mir dich und deine Familie ankucke, kann ich nur ganz allgemein und freundlich sagen: ›Wer liebt, ist ohne Frage / in prekärer Lage.‹«

»Du hast alles begriffen«, sagte Ralle und sah dabei überhaupt nicht unfreundlich aus.
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 12.09.2013, Seite 13, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!