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Expertenregierung in Tunis abgelehnt

Tunis. Der Chef der gemäßigt islamistischen Regierungspartei in Tunesien hat sich gegen die Forderung der Opposition nach Bildung einer politisch neutralen Regierung ausgesprochen. Sie wäre nicht in der Lage, das Land in seiner schwierigen Situation zu steuern, sagte Ennahda-Chef Raschid Ghannouchi am Donnerstag. Er würde jedoch eine aus allen Parteien gebildete Regierung der nationalen Einheit akzeptieren. Ennahda-Generalsekretär Hamadi Dschebali hatte sich am Mittwoch für die Bildung eines Expertenkabinetts ausgesprochen und eine Parlamentswahl innerhalb von sechs Monaten gefordert. Dschebali ging damit auf die weltliche Opposition zu. Viele säkular eingestellte Tunesier sind wütend, weil innerhalb von sechs Monaten zwei prominente Oppositionspolitiker ermordet wurden. Die Regierung macht dafür radikale Islamisten verantwortlich.

(Reuters/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 16.08.2013, Seite 1, Ausland

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